Grandes Jorasses Traverse

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Eine Tour, die alles, was ich bisher gemacht hat, sprengt. Gemeinsam mit und geführt von Karen.

Ich starte mit einer Nacht auf der Hohsaas zum Akklimatisieren. Die Eingehtour auf das Täschhorn ist bis auf die unangenehme Querung des Weingartengletschers eine Genusstour. Wenn man am Weg bleibt, ist der Fels auch fest. Die Schwierigkeiten im Schnee sind verschwunden, es ist schlichtweg kein Schnee mehr da.

Nach einer Nacht im Hotel Bergfreund geht’s nach Chamonix, wo ich Karen aufklaube und wir wieder mal durch den MB-Tunnel und mit der Bahn zur Torino hochfahren.

Start um zehn vor 3, etliche andere Seilschaften haben dasselbe Ziel, die wir aber nur zu Beginn sehen. Über Rochefortgrat geht’s abseilend zum Canzio-Biwak, bis dort sind wir 8 3/4 Stunden unterwegs. Dort mal eine dreiviertel Stunde Essenspause, wir können das Trinken im kleinen Gletschersee neben dem Biwak auffüllen.

Danach geht‘ richtig zur Sache, es folgen die beiden Seillängen im Fünfer. Überraschender Weise gehen die trotz Bergschuhen und Rucksack recht gut. Dann folgt das Highlight der Tour: Ständig auf und ab, ständig im ausgesetzten Gelände, immer konzentriert bleiben. Karen macht einen tollen Job und sichert umsichtig. Wir brauchen bis halb 9, dass wir endlich am Pointe Croz auf ca. 4.100 die ersten guten Biwakbplätze erreichen. Ich bin wirklich geschlaucht – gut, es waren ja auch 17einhalb Stunden Kletterei. Nach einem Travellunch richten wir den Biwakplatz ein, ich schleppe noch ein paar schwere Steine als Seitenwand. Dann kann ich beruhigt schlafen.

Nächsten Tag stehen wir um halb 5 auf, gehen noch die beiden letzten Gipfel an und stehen um halb 7 am Pointe Walker, dem höchsten Punkt. So richtig freuen kann ich mich noch nicht, ich weiß, es ist noch weit und anspruchsvoll bis ins Tal. Wir brauchen noch 8,5 Stunden vom Gipfel ins Tal, seilen auch einmal eine Eiskante ab. Vorbei geht’s an der Boccalatte-Hütte, wo wir die beiden jungen Bergsteiger treffen, die in der Nacht vom Canzio abgeseilt haben – wilder geht’s wohl kaum. Erst kurz vor Planpincieux ist das Gelände nicht mehr steil und man ist aus dem Absturzgelände. In Summe der grindigste Hüttenweg, den ich je gegangen bin. Im Tal nimmt uns ein Auto mit, und wir sind rasch wieder zurück in Chamonix. Dort essen wir (wie damals in Anchorage) den fettesten Burger von der Speisekarte – ein Traum. Ich fahre noch einen Teil des Wegs nach Hause, schlafe dann auf einer Autobahn-Resti im Auto.

Fazit: Im Gesamtanspruch sicherlich bisher meine härteste Tour. Die wenigen Fotos, die ich gemacht haben, zeigen, wie konzentriert ich die ganze Zeit war. In Summe eine „once-in-a-lifetime“-Erfahrung. Danke, Karen, war super.

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